12. Januar 2006 Einstweilige Verfügung Jetzt geht's ab: der Amtskirchenblog, der schon immer schöner, schlauer, besser und vor allem: als einziger katholisch war, droht mit einer Einstweiligen Verfügung, nachdem man aufgrund einiger völlig unerwarteter Reaktionen auf eine eigentlich nett gemeinte Neckerei nochmal nachgelegt hatte.
Ich habe es längst aufgegeben, die Hauptakteure der betreffenden Seite verstehen zu wollen, es sei hier nur auf die Artikel Rumble in the Blogx in [St. Dymphnas Welt] und Abbild der Kirche? in [pax et bonum] verwiesen.
Nachtrag 18. 01. 2006: Die Zusammenfassung im [fonolog] kann man sich zum Thema auch noch reinziehen.
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03. Januar 2006 Solidarisch Kirche sein Um nicht als einziger Blog der Blogozese (sic!) der intellektuellen Elite zugerechnet zu werden, beginnt das neue Jahr mit einem Namenswechsel. Das vorliegende gehobene Literaturmagazin firmiert nunmehr als Catholica Io.
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02. Januar 2006 Nochmal Volxbibel Grundsätzlich bin ich ja massiv neidisch auf breite Blogger-Subkultur Berlins,
wo einige Blogger auch einfach mal eine Lesung mit den besten Postings ihres Blogs veranstalten -
und da kommen auch noch Leute hin.
Vor Weihnachten war ich immerhin auf einer Lesung eines Bloggers, der allerdings nicht aus seinem
Blog, sondern aus der Volxbibel vorlas. [Martin Dreyer], der Gründer der Jesus Freaks,
hat ja bekanntermaßen das Neue Testament in die Jugendsprache übertragen und ist damit am
extremen rechthaberischen Rand der evangelikalen Szene maßiv angeeckt. Auf der Lesung, die
mir ganz gut gefallen hat, konnte ich nicht umhin, mir eine Volxbibel anzuschaffen - und
ich habe sogar ein wenig darin gelesen.
Kurz: sie ist weitaus besser, als man vielleicht befürchten konnte. Die durchgeknallten
Vorschläge "Engel" mit "Instantmessanger" oder "Postbote von Gott" zu übersetzen, wurden nicht
verwirklicht und sogar auf das Wort "Scheiße" wurde gänzlich verzichtet. Trotzdem finde ich
manche Übertragungsversuche noch immer seltsam: etwa das Gleichnis von der entlaufenen Katze
(Lk 15, 1-7). Manchmal hat man einen Kompromiß gefunden und die Version mit den traditionellen
Bildern und die mit den neu erdachten einfach nacheinander
gesetzt: so steht etwa das Gleichnis von der guten Software direkt nach dem über das
Fruchtbringen (Mt 13,4-9) und ist einfach zur Abgrenzung kursiv gedruckt. Ebenso das
Gleichnis vom Fischernetz und das vom Mailwasherprogramm (Mt 13,47-51).
Manche Formulierungen sind echt ganz witzig, wenn etwa das eschatologische Hochzeitsmahl
unter der Überschrift "Was abgeht auf der Party Gottes" (Mt 22,1-14) beschrieben wird und dort der Präsident
nach dem Mord an seinem Sohn total ausrastet und "ein paar von der GSG 9 los[schickte], um
die Mörder zur Rechenschaft zu ziehen. In andere Städte schickte er sogar seine Armee und ließ
alles plattmachen." Um der Verständlichkeit willen geht die Volxbibel aber teilweise auch
soweit, daß sie Dinge nicht nur überträgt, sondern auch welche hinzufügt, die im Urtext nicht
vorkommen. So findet man in der Elberfelder Übersetzung zum Abschluß des Gleichnisses die
Frage des Königs an einen Gast ohne Hochzeitsgewand: "Freund, wie bist du hier hereingekommen,
da du kein Hochzeitsgewand hast?" (Mt 22,12) Die Volxbibel überträgt: "Mein Freund, wie bist
du denn hier so reingekommen. Da lag doch extra ein Armani-Anzug für dich im Foyer?"
Ebenso beim Abschluß des Gleichnisses: "Denn viele sind Berufene, wenige aber Auserwählte" gegen
"Denn sehr viele haben ne Einladung bekommen, aber nur wenige waren bereit dazu, sich dafür
klarzumachen." Unabhängig davon, ob Martin Dreyers theologische Deutung des Gleichnisses
korrekt ist, halte ich es für problematisch, eine zugegebenermaßen schwierige Stelle dadurch
verständlich zu machen, daß man sie in der Übertragung eindeutiger macht, als sie es im
Urtext ist.
Zum Schluß noch eine formale Anmerkung: die Sprache ist mal treffend, mal übertrieben, mal
eher Karikatur - sicher das Grundproblem der Volxbibel, daß Martin Dreyer im Vorwort sogar
auf den Punkt bringt: "In Schwaben "schwätzt" man, in Dortmund wird "gelabert". Deshalb wird
für den einen ein Vers aus der Volxbibel cool klingen und für den anderen eher peinlich".
Trotz der Bedenken, halte ich die Volxbibel für ein mutiges Experiment. Die Vorwürfe aus
der rechthaberischen Ecke sind hanebüchen und verkennen völlig, daß es Martin Dreyer darum
geht, das Evangelium zu verkünden. Das muß man anerkennen, auch wenn man die Form für
untauglich hält.
Die Volxbibel ist jedenfalls ein Erfolg. Wenn wir Pech haben, dann nur, weil ein Haufen
Christen die Idee lustig fanden und daher eine Volxbibel gekauft haben, wenn wir Glück
haben, dann wird Gott damit aber tatsächlich einige Leute neu erreichen können. Ich jedenfalls
werde dafür weiterhin das eine oder andere Gesätz des Lichtreichen Rosenkranzes beten.
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