31. Januar 2010 Imagepolitur mit Satire und Selbstironie Wie man eine Organisation mit einem Ruf zwischen Langweiligkeit,
oberflächlicher Biederkeit und Bigotterie mittels eines Übermaß an
Satire und Selbstironie gehörigaufpoliert, hat der Chefredakteur
der Bildzeitung,Kai
Diekmann in den letzten hundert Tagen mit seinem
Blogvorgemacht.
Die Medienbranche, sonst dem Schmuddelkind Bildzeitung nicht
sehr gewogen, kam nicht umhin, der "bis an die Zähne mit Selbstironie
bewaffneten Humor-Guerilla" Respekt zu zollen. Die "100 Tage
im Leben des Bild-Chefredakteurs" (Eigenwerbung) gehen nun langsam dem
Ende entgegen. Kurz vor Schluß präsentiert Kai Diekmann jetzt die
Mannschaft, die hinter dem Projekt steht. Im Stil von Der
Pate.
Wie man es nicht machen sollte, hat dagegen bereits im September Erzbischof Zollitsch
mit dem "offiziellen
Blog der Deutschen Bischofskonferenz" gezeigt, der
nach einer kurzen Afrikareise kirchentypisch vor sich hinstaubt. Also,
liebe DBK, wenn Ihr in ca. 30 Jahren mal Euren Blog aufmöbeln wollt,
dann bewerbe ich mich schon mal offiziell.
06. Januar 2010 Bonnhoeffer in Rödelheim Der Rödelheim-Hartreim-Style ist ja - wie Hiphop insgesamt - nicht so
mein Ding. Trotzdem scheint es für dieses internationale Fachmagazin für
Katholizismus und Popkultur angebracht, auf das aktuelle
Video "Von Guten Mächten" der Formation Glashaus
hinzuweisen. Hier nämlich nimmt eine kommerziell erfolgreiche Gruppe
der Mainstreammusik ein Gedicht Dietrich Bonhoeffers
in der Vertonung der evangelikalen Liedermaches
Siegfried Fietz
auf und interpetiert es - ohne wesentliche Textänderungen! - in ihrem
eigenen Stil.
Man muß das Ergebnis nicht mögen, beachtlich ist es allemal.
Pastoralbingo Update Nachdem das Pastoralbingo der Karl-Leisner-Jugend gestern auf so reges
Interesse stieß, aber gleichzeitig auch ein paar sinnvolle pastorale
Aktualisierungen angemahnt wurden, präsentiert Catholicism Wow - das
aktuelle Survivalmagazin für Pastoraltheologie bereits
heute sechs überarbeitete
Spielscheine zum Sofortausdrucken
und Losspielen. Als kostenlose Beigabe gibt es für alle
treuen Leser zwei Blankoscheine für sehr spezielle Anlässe und Redner.
Und, liebe Studenten, nicht vergessen: Milliarden Leser warten auf die
Handyfotos aus der Pastoralvorlesung...
01. Januar 2010 Pastoralbullshitbingo Wenn man nichts zu sagen hat, bleiben einem zwei Möglichkeiten:
entweder man sagt nichts (vgl. auch Wittgenstein, tractatus logico-philosophicus)
oder man hält einen spirituellen Vortrag. Dies kann natürlich wahlweise
auch eine Predigt, eine Vorlesung in Pastoraltheologie oder die
Begründung im Dienstgespräch sein, warum die Sonntagsmesse
ausfallen und der Inhalt des Kommunionkurses sich im
wesentlichen auf Pizzabacken beschränken sollte. Damit die eigene
Erkenntnisfreiheit aber weder einem selbst noch seinen Zuhörern
auffällt, füllt man seine Sätze mit pastoral klingenden Floskeln auf.
Man sagt also etwa "Liebe
Schwestern und Brüder, in dieser Zeit der oberflächlichen
Betriebsamkeit wollen wir innehalten und gleichsam in uns hineinspüren
und erfahren, daß wir - immer wieder neu - hineingenommen sind in eine
Gemeinschaft, in der wir einfach mal ganz authentisch ein Stückweit wir
selbst sein können.", während man im Innersten ganz
menschlich langsam bis zehn zählt.
Für Menschen, die noch keine so große pastorale Erfahrung haben,
oder denen einfach grundsätzlich jede spirituelle Ader fehlt, kann das
ganz schön anstrengend sein.
Glücklicherweise springt hier die Karl-Leisner-Jugend helfend zur
Seite und präsentiert uns das Pastoralbingo.
Die Regeln sind einfach: jeder Mitspieler erhält einen
Pastoralbingoschein. Fällt während der Predigt, der Vorlesung oder des
Vortrages eines der vorgegebenen Worte, streicht der betreffende
Spieler es an. Dabei gelten natürlich auch konjugierte und deklinierte
Formen, also etwa echtes,
echte oder echter für "echt"
(nicht jedoch Echter
Verlag). Hat ein Spieler senkrecht oder waagerecht eine
komplette Reihe voll, springt er auf und ruft laut "Ratzinger!" Damit
hat er das Spiel gewonnen und darf die Veranstaltung verlassen.
Eventuell auch für immer.
Natürlich ist die Vorlage
der Karl-Leisner-Jugend nur ein proof of concept,
zum tatsächlichen Spielen während der Vorlesung müssen
selbstverständlich unterschiedliche Bingokarten vorhanden sein. Diese
lassen sich jedoch mit durchschnittlicher Computerbegabung schnell
selbst erstellen oder im Shop von Catholicism
Wow bestellen.