07. Februar 2010 Zusammenhang von Zölibat und Kindesmißbrauch endlich nachgewiesen Die Zahlen liegen auf dem Tisch und zeigen deutlich, welcher Zusammenhang zwischen Kindesmißbrauch und
Zölibat besteht:
31. Januar 2010 Imagepolitur mit Satire und Selbstironie Wie man eine Organisation mit einem Ruf zwischen Langweiligkeit,
oberflächlicher Biederkeit und Bigotterie mittels eines Übermaß an
Satire und Selbstironie gehörigaufpoliert, hat der Chefredakteur
der Bildzeitung,Kai
Diekmann in den letzten hundert Tagen mit seinem
Blogvorgemacht.
Die Medienbranche, sonst dem Schmuddelkind Bildzeitung nicht
sehr gewogen, kam nicht umhin, der "bis an die Zähne mit Selbstironie
bewaffneten Humor-Guerilla" Respekt zu zollen. Die "100 Tage
im Leben des Bild-Chefredakteurs" (Eigenwerbung) gehen nun langsam dem
Ende entgegen. Kurz vor Schluß präsentiert Kai Diekmann jetzt die
Mannschaft, die hinter dem Projekt steht. Im Stil von Der
Pate.
Wie man es nicht machen sollte, hat dagegen bereits im September Erzbischof Zollitsch
mit dem "offiziellen
Blog der Deutschen Bischofskonferenz" gezeigt, der
nach einer kurzen Afrikareise kirchentypisch vor sich hinstaubt. Also,
liebe DBK, wenn Ihr in ca. 30 Jahren mal Euren Blog aufmöbeln wollt,
dann bewerbe ich mich schon mal offiziell.
06. Januar 2010 Bonnhoeffer in Rödelheim Der Rödelheim-Hartreim-Style ist ja - wie Hiphop insgesamt - nicht so
mein Ding. Trotzdem scheint es für dieses internationale Fachmagazin für
Katholizismus und Popkultur angebracht, auf das aktuelle
Video "Von Guten Mächten" der Formation Glashaus
hinzuweisen. Hier nämlich nimmt eine kommerziell erfolgreiche Gruppe
der Mainstreammusik ein Gedicht Dietrich Bonhoeffers
in der Vertonung der evangelikalen Liedermaches
Siegfried Fietz
auf und interpetiert es - ohne wesentliche Textänderungen! - in ihrem
eigenen Stil.
Man muß das Ergebnis nicht mögen, beachtlich ist es allemal.
Pastoralbingo Update Nachdem das Pastoralbingo der Karl-Leisner-Jugend gestern auf so reges
Interesse stieß, aber gleichzeitig auch ein paar sinnvolle pastorale
Aktualisierungen angemahnt wurden, präsentiert Catholicism Wow - das
aktuelle Survivalmagazin für Pastoraltheologie bereits
heute sechs überarbeitete
Spielscheine zum Sofortausdrucken
und Losspielen. Als kostenlose Beigabe gibt es für alle
treuen Leser zwei Blankoscheine für sehr spezielle Anlässe und Redner.
Und, liebe Studenten, nicht vergessen: Milliarden Leser warten auf die
Handyfotos aus der Pastoralvorlesung...
01. Januar 2010 Pastoralbullshitbingo Wenn man nichts zu sagen hat, bleiben einem zwei Möglichkeiten:
entweder man sagt nichts (vgl. auch Wittgenstein, tractatus logico-philosophicus)
oder man hält einen spirituellen Vortrag. Dies kann natürlich wahlweise
auch eine Predigt, eine Vorlesung in Pastoraltheologie oder die
Begründung im Dienstgespräch sein, warum die Sonntagsmesse
ausfallen und der Inhalt des Kommunionkurses sich im
wesentlichen auf Pizzabacken beschränken sollte. Damit die eigene
Erkenntnisfreiheit aber weder einem selbst noch seinen Zuhörern
auffällt, füllt man seine Sätze mit pastoral klingenden Floskeln auf.
Man sagt also etwa "Liebe
Schwestern und Brüder, in dieser Zeit der oberflächlichen
Betriebsamkeit wollen wir innehalten und gleichsam in uns hineinspüren
und erfahren, daß wir - immer wieder neu - hineingenommen sind in eine
Gemeinschaft, in der wir einfach mal ganz authentisch ein Stückweit wir
selbst sein können.", während man im Innersten ganz
menschlich langsam bis zehn zählt.
Für Menschen, die noch keine so große pastorale Erfahrung haben,
oder denen einfach grundsätzlich jede spirituelle Ader fehlt, kann das
ganz schön anstrengend sein.
Glücklicherweise springt hier die Karl-Leisner-Jugend helfend zur
Seite und präsentiert uns das Pastoralbingo.
Die Regeln sind einfach: jeder Mitspieler erhält einen
Pastoralbingoschein. Fällt während der Predigt, der Vorlesung oder des
Vortrages eines der vorgegebenen Worte, streicht der betreffende
Spieler es an. Dabei gelten natürlich auch konjugierte und deklinierte
Formen, also etwa echtes,
echte oder echter für "echt"
(nicht jedoch Echter
Verlag). Hat ein Spieler senkrecht oder waagerecht eine
komplette Reihe voll, springt er auf und ruft laut "Ratzinger!" Damit
hat er das Spiel gewonnen und darf die Veranstaltung verlassen.
Eventuell auch für immer.
Natürlich ist die Vorlage
der Karl-Leisner-Jugend nur ein proof of concept,
zum tatsächlichen Spielen während der Vorlesung müssen
selbstverständlich unterschiedliche Bingokarten vorhanden sein. Diese
lassen sich jedoch mit durchschnittlicher Computerbegabung schnell
selbst erstellen oder im Shop von Catholicism
Wow bestellen.
17. Dezember 2009 Know Your Mass: Comic zur Alten Messe der Piusbruderschaft! Wer geglaubt hat, mit dem Besitz des Opus Dei-Comics
habe man endgültig die höchste Stufe des reaktionären Katholiken
erklommen und alle Zollstocker
Pastoralreferentinnen für immer verjagt, sieht sich nun
getäuscht: obsessive Nichtbeachtung durch die liberale Laienpastoral
und lebenslanges Hausverbot in allen Liturgiekreisen
verspricht einzig und allein der Comic
über die Alte Messe der Piusbruderschaft!
Trotz der zuletzt intensivierten Bemühungen des Popbeauftragten der Piusbruderschaft wird
niemand im Ernst erwarten, die
Piusbruderschaft habe einen schicken Manga über die Alte
Messe in Auftrag gegeben. Vielmehr hat sie getan, worauf sie sich am
besten versteht: nämlich die fünfziger Jahre zu bewahren.
Und so handelt es sich bei dem katechetischen Comic Know Your Massaus dem Piusverlag Angelus Press
auch um einen Nachdruck aus dem Jahr 1954. Damals hatte es Fr.
Demetrius Manousos unternommen, den meßdesinteressierten
Jungen den Sinn der Heiligen Messe per Comic zu erklären.
Der damaligen Zeit entsprechend erklärt der Comic die heute
außerordentliche Form des römischen Ritus (die Alte Messe). Während
sich aber in der Form auf den ersten Blick viel geändert hat
(Zelebrationsrichtung, Liturgiesprache und sogar einige Riten), blieben
der Kern der Meßfeier und die Bedeutung ihrer Elemente identisch (auch
wenn die Zollstocker
Referenten für Gemeindekatechese, die heutzutage so gut
wie alle Generalvikariate besetzen, energisch das Gegenteil behaupten),
so daß der Comic nicht nur die Alte Messe erklärt, sondern sogar zum
Verständnis der ordentlichen Form beitragen kann.
Die Rahmenhandlung beginnt mit dem schlafenden Bobby, der keinerlei
Interesse hat, so früh am Morgen zur Messe zu gehen. Dies kann sein
persönlicher Schutzengel allerdings nicht durchgehen lassen, erscheint
dem unwilligen Bobby und händigt ihm nach einer entsprechenden
Ansprache ein Exemplar von Know
Your Mass aus.
Die nächsten Seiten informieren dann Schritt für Schritt, beginnend mit
dem Ankleiden in der Sakristei und dem Stufengebet über die einzelnen
Teile der Messe. Dabei wird sowohl die Herkunft einzelner Meßteile
erläutert (etwa des Gloria) als auch deren Bedeutung erklärt. Bei der
Wandlung wird auf der linken Seite gezeigt, was der Priester tut, die
rechte Seite erklärt anhand eines Schaubildes die Transsubstantiation.
Wen noch ein wenig die Zweifel bezüglich der Rechtgläubigkeit des
Comics plagen, der kann zuletzt mit dem Hinweis beruhigt werden, daß
Know Your Mass selbstverständlich das Imprimatur von Francis Kardianl Spellman
trägt und auch von Fr. Tim Finigan bereits
erfolgreich eingesetzt wird.
Fazit: Ganz
klare Kaufempfehlung!
Demetrius
Manousos
Know Your Mass
Kansas City 2006 (Angelus Press).
96 Seiten.
15 Dollar.
ISBN 978-1892331441
15. Dezember 2009 Die Ballade vom Stammbaume Jesu Irgendwann kam Andrew Peterson auf die schon ziemlich ungewöhnliche Idee, den Stammbaum Jesu zu vertonen.
Resultat dieser seltsamen Eingebung ist das bemerkenswerte Lied (The Ballad of) Matthew's Begats, das tatsächlich nichts weiter darstellt als den Stammbaum Jesu, wie ihn Matthäus seinem Evangelium voranstellt. (Allerdings sei angemerkt, daß Peterson Jojachin nur deswegen der Lüge bezichtigt, weil es sich reimt, wie er in dieser, etwas langsameren Version zugibt.)
11. Dezember 2009 Gut gemacht, Google! Da versuchen uns die Filmemacher von Spirit Juice
Studios gegen den Konsumterror
auf die eigentliche Bedeutung des Advents hinzuweisen und was machen unsere Freunde bei
Google?
07. Dezember 2009 Kommerz-Alarm: bestickte Ratzinger und Catholic Church Baseballkappen! Weihnachten rückt unaufhaltsam näher und somit wird vielen Menschen
langsam wieder bewußt, was der eigentliche und tiefere Sinn der
winterlichen Festtage ist: Geschenke kaufen! Noch gerade rechtzeitig
zum Fest sind glücklicherweise die neuesten Stücke unserer exklusiven
Kollektionen fertig geworden: zum einen gibt es nun endlich eine Baseballkappe
mit unserem klassischenCatholic Church-Logo, zum anderen
wird das Angebot unserer Edelmarke
Ratzingererweitert.
So können wir nun auch eine exklusive Premium-Baseballkappe in edlem
Schwarz mit grau aufgesticktem Ratzinger
Logo anbieten.
Zusätzlich bieten wir exklusiv zum Weihnachtsgeschäft Polohemden mit Ratzinger
Logo für Damen und für Herren an. Wer bis zu Mariä
Empfängnis (8. 12.) für mindestens 25 Euro bestellt, bekommt die Waren
bei Angabe des Gutscheincodes WEIHNACHTEN1
die Versandkosten erlassen.
Kunden, deren sehr spezielle Wünsche von den Angeboten hier nicht
abgedeckt werden (z.B. eine Ratzinger
Jacke, einen Catholic
Church Polohemd oder eine Ratzinger
Luxusarmbanduhr), mögen dies in den Kommentaren vermerken. Unser
Kundenservice wird sich gerne um die Erfüllung auch anspruchsvollerer
Wünsche bemühen.
05. Dezember 2009 OMFG! Opus Dei-Comic mit Josefmaria Escriva als Comichelden! Ich kenne ja Leute, die haben das Hauptwerk des Hl. Josefmaria Escriva
im
Regal stehen, allein
schon um zu zeigen, ich bin auf keinen Fall einer von
denen. Während wir natürlich das Konzept der
Distinktion durch symbolischen Buchbesitz voll und ganz unterstützen,
wären wir nicht Catholicism
Wow, kennten wir nicht eine popkulturelle Variante,
um den selben Effekt auf geistlich einfachere Weise zu erzielen. In
diesem Fall ist es der Opus
Dei-Comic "Quer
durchs Gebirge" über das Leben des Hl.
Josefmaria Escriva.
Der Zeichenstil des Comic orientiert sich an der belgischen ligne claire,
erinnert also den in Comics, aber nicht in theoretischer Literatur über
Comics bewanderten Leser an Tim
und Struppi. Inhaltlich folgt die Handlung dem Leben des
Heiligen Josefmaria und damit gleichzeitig auch dem Aufbau des Opus
Dei. Er beginnt mit Josefmaria als jungem Kaplan und endet - wie es
sich für
einen Comic über einen Heiligen gehört - mit der feierlichen
Kanonisation auf dem Petersplatz. Dabei wird naturgemäß auch die
massiven Verfolgungen der Kirche mit tausenden Opfern im Klerus während
des spanischen Bürgerkriegs durch die sogenannten "Republikaner"
thematisiert. Der Schwerpunkt in dieser Zeit liegt aber in der
Schilderung, wie der
Heilige Josefmaria und seine Freunde dieser Bedrohung immer wieder
entkommen konnten. Zuletzt flieht er mit einigen Anhängern und Freunden
"Quer durchs Gebirge"
nach Andorra. Nach dem Ende des Bürgerkrieges folgt der Comic dem
weiteren jahrzehntelangen Aufbau des Opus durch seinen
Gründer.
Graphisch ist der Comic überaus gelungen, wenn auch an einigen wenigen
Stellen der Computer zur Unterstützung eher unglücklich eingesetzt
wurde. Auch das
Lettering ist professionell umgesetzt und bietet keinerlei Anlaß zu
Kritik oder mißbilligend hochgezogenen Augenbrauen.
Das storytelling
hingegen irritiert an manchen Stellen den unbedarften Leser. Während
man der Geschichte im großen und ganzen gut folgen kann, finden
sich immer wieder kurze Abschnitte, bei denen der Leser den Beginn
eines Handlungsbogens erwartet, der dann aber abbricht bzw.
unvermittelt endet.
So schildert der Comic über eine Seite, wie ein kommunistischer
Arbeiter den Heiligen in der Straßenbahn anrempelt, um die schwarze
Soutane zu verdrecken. Der junge Priester Josefmaria reagiert darauf,
indem er den Arbeiter besonders fest an sich drückt, so daß die Soutane
noch viel dreckiger wird. Der Leser, der hierin den Auftakt einer
längeren Handlung erwartet, wird allerding entäuscht. Die Episode endet
hier, wird nie wieder aufgenommen oder erklärt. Vermutlich stellt sie
eine Lektion in Demut im Denken des Heiligen Josefmaria dar, das aber
ist ein Schluß, zu dem der Leser selber kommen muß.
Fazit:
leichte Schwächen im storytelling,
graphisch und technisch
herausragend.
Oder um es im Stil entsprechender säkularer
Comic- und Kuriositätenblogs zu sagen: OMFG! Ein Opus Dei
Comic! Aus dem Opus-Hausverlag! OMG! Opus-Gründer Escriva als
Comicheld! OMFG!! Kaufen!
Quer durchs Gebirge. Das Leben des heiligen Josefmaria.
Köln 2005 (Adamas).
80 Seiten.
12,90 Euro.
ISBN 978-3925746659